Gastwissenschaftler/innen
Wei-Cheng Chiang
Gastwissenschaftler (Aufenthalt am Lehrstuhl seit dem WiSe 2020/21)
Wei-Cheng Chiangs Forschungsschwerpunkte liegen in der Rechtsphilosophie, den Science and Technology Studies (STS), der Anthropologie und der Erinnerungskultur im Kontext postkolonialer und postautoritäter Gesellschaften. Methodisch arbeitet er mit Ethnographie, Diskursanalyse und historischen Ansätzen. Sein besonderes Interesse gilt dem vergleichenden Arbeiten an den Schnittstellen unterschiedlicher Disziplinen, um Spannungen und Widersprüche in Prozessen der Wissensproduktion sichtbar zu machen — etwa zwischen normativen und nicht-normativen Perspektiven sowie zwischen Zentrum und Peripherie.
Aktuell untersucht er die ehemalige innerdeutsche Grenze aus zwei Perspektiven: zum einen die rechtliche Aufarbeitung vergangenen Unrechts, insbesondere im Zusammenhang mit der Radbruch’schen Formel, zum anderen gegenwärtige und zukunftsorientierte Formen von Erinnerungskultur und Naturschutz, exemplarisch am Grünen Band.
Sérgio Kezen
Gastwissenschaftler (Aufenthalt am Lehrstuhl von April bis Juli 2023)
Sérgio Kezen ist ein Master-Student an der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität São Paulo (FD-USP). Er ist ein Mitglied der Forschungsgemeinschaft Constitution, Politics, and Institutions (CoPI-USP). Er hat einen Abschluss an der FGV Direito Rio mit einem Auslandsaufenthalt an der Colombia Law School erworben. Als Forschungspraktikant sammelte er Erfahrungen am Center of Justice and Society (CJUS-FGV).
Forschungsvorhaben: Vernunft und Pragmatismus fließen in den Entscheidungsprozess der Verfassungsgerichte ein und führen zu Spannungen bezüglich der bestmöglichen verfassungsgemäßen Interpretation. Das Forschungsprojekt hat zum Ziel, zu verstehen wie Vernunft und Pragmatismus eine Herausforderung für die traditionelle Rechtfertigung der Legitimität der Verfassungsgerichte darstellen und wie sie in Einklang gebracht werden können. Der Fokus liegt auf einem Fall des Obersten Gerichtshofs in Brasilien.
Siyuan Lyu
Gastwissenschaftler (Aufenthalt am Lehrstuhl von Februar 2023 bis Februar 2024)
Siyuan Lyu studierte von September 2014 bis Juni 2018 Rechtswissenschaften an der Soochow-Universität und legte 2017 die chinesische juristische Staatsprüfung ab. Von September 2018 bis Juni 2021 studierte er für seinen LLM-Abschluss an der China University of Political Science and Law, wo sich seine Forschung auf Rechtsphilosophie, juristische Argumentationstheorie und juristische Methodenlehre konzentrierte. Von September 2021 bis heute arbeitet er an seiner Dissertation an der China University of Political Science and Law (Prof. Lei Lei).
In seinem Dissertationsvorhaben beschäftigte sich Siyuan Lyu mit der Rekonstruktion rechtspolitischer Elemente in Gerichtsentscheidungen mit Hilfe der juristischen Argumentationstheorie.
Prof. Dr. Mitsuhiro Matsubara
Gastwissenschaftler (Aufenthalt am Lehrstuhl im April 2023)
Prof. Dr. Matsubara hielt im Rahmen seines Besuchs einen Vortrag über das Verhältnis von Staat und Verfassung. Weitere Informationen zum Vortrag finden Sie hier.
Radoslav Pavlinský
Gastwissenschaftler (Aufenthalt am Lehrstuhl im Juni 2025 und Juni 2026)
Die Dissertation von Radoslav Pavlinský, PhD, befasst sich mit dem Thema "Multilevel Constitutionalism – Legal-Theoretical Basis and Practical Implications". Im Mittelpunkt seiner Forschung stehen die strukturellen und normativen Herausforderungen, die sich aus den sich überschneidenden Rechtssystemen in Europa ergeben, wobei er der Menschenwürde als potenziellem Kriterium zur Lösung von Konflikten zwischen diesen Systemen besondere Aufmerksamkeit widmet. Er kam im Juni 2025 im Rahmen einer Vorbereitungsphase für ein Forschungsprojekt nach Bayreuth, das von seiner Betreuerin Marta Breichová Lapčáková am Gustav-Radbruch-Institut für Rechtstheorie der Pavol-Jozef-Šafárik-Universität in Košice, Slowakei, geleitet wird.
Das Projekt untersucht, ob die Menschenwürde als „Kollisionsnorm“ bei Rechtskonflikten zwischen EU-Recht, Völkerrecht und nationalem Verfassungsrecht fungieren kann. Diese Systeme geraten häufig in Konflikt miteinander und schaffen so etwas, das das Team als rechtliches „Bermuda-Dreieck“ bezeichnet, das sich je nachdem verschiebt, welcher Rechtsrahmen in einem bestimmten Fall den höchsten Schutz der Menschenwürde bietet. Diese Dynamik ist zwar chaotisch, hat jedoch zu einer allgemeinen Anhebung der Menschenrechtsstandards in ganz Europa beigetragen. Der Rechtsrahmen bleibt jedoch instabil, wobei die Konfliktlösung stark auf formellen und informellen juristischen Dialogen beruht. Es besteht Bedarf an einem gemeinsamen, verlässlichen Kriterium – wobei die Menschenwürde ein vielversprechender Kandidat ist.
Im Juni 2026 kehrte er an die Universität Bayreuth zurück und hielt einen Vortrag zum Thema "Strenghtening Human Dignity Through The EU Charta of Fundamental Rights".
Radoslav Pavlinský is a third-year PhD student working on a dissertation titled Multilevel Constitutionalism – Legal-Theoretical Basis and Practical Implications. His research focuses on the structural and normative challenges created by overlapping legal systems in Europe, with particular attention to human dignity as a potential criterion for resolving conflicts between them. He came to Bayreuth as part of a preparatory phase for a research project led by his supervisor, Marta Breichová Lapčáková, at the Gustav Radbruch Institute of Theory of Law, Pavol Jozef Šafárik University in Košice, Slovakia.
The project examines whether human dignity can function as a “collision rule” in legal conflicts between EU law, international law, and national constitutional law. These systems often clash, creating what the team refers to as a legal “Bermuda triangle,” shifting depending on which framework offers the highest level of dignity protection in a given case. This dynamic, while chaotic, has contributed to a general rise in human rights standards across Europe. However, the framework remains unstable, with conflict resolution relying heavily on formal and informal judicial dialogue. There is a need for a shared, reliable criterion—human dignity being a promising candidate.
Dr. Peter Langford
Gastwissenschaftler (Aufenthalt am Lehrstuhl im Juli 2025)
Dr. Peter Langford is an Associate Lecturer in the Law School at Oxford Brookes University, UK. During his visit he presented a lecture on legal education at Oxford Brookes Law School and presented a paper, entitled "Paul Ricoeur on Law and Rights", in the Forschungsstelle für fundamentale Rechte (FfR) Sommerkolloquium.
With Prof. Bäcker he discussed the possibility of applying for funding for a project, within the Forschungsstelle für fundamentale Rechte, comparing the position and character of fundamental rights in the work of Alexy, Honneth, Lohmann, Menke and Teubner.
He also was able to conduct bibliographical research and collect materials in relation to this potential project and his wider research interests.
Forschungsschwerpunkte und -interessen:
Legal Argumentation, Legal Philosophy, Sociology of Law, Political Philosophy and Social Theory.
Scott Brewer, Ph.D., J.D.
Gastwissenschaftler (Aufenthalt am Lehrstuhl im Juli 2025)